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In Villingen befindet sich in der Gerberstraße vor der Johanneskirche am Boden eine kleine Platte aus Stahl. Es steht „Ein schöner Ort“ darauf, sowie der Name Astrid Giers und die Jahreszahl 1999, aber sonst keine weitere Information dazu. 

Cora schreibt uns als Doku dazu:

„Die Auflösung haben Herr Bräun und Frau Brüderle ganz richtig gewusst bzw. von dieser informativen Webseite der Stadt Villingen-Schwenningen kopiert URL: https://www.villingen-schwenningen.de/kultur-vielfalt/staedtische-galerie/kunst-im-oeffentlichen-raum/ Hier steht es sehr gut beschrieben, daß die Künstlerin Frau Astrid Giers mit ihrem Beitrag ‚Ein schöner Ort‘ Aktionskunst und naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden verband. Sie bereitete wohl das Suchen nach dem ’schönen Ort‘ akribisch vor und suchte mit Hilfe eines ‚Szintillationszählers‘ (= Messgerät für radioaktive geologische Veränderungen) und mit Dokumentation durch ein Kamerateam am Sonntag, 20. Juni 1999, um 11 Uhr in Villingen nach dem ’schönen Ort‘. Beim Meß-Rundgang durch die Altstadt wurden vor der Westfassade der Johanneskirche in der Gerberstraße die größten Ausschläge der ‚Szintillationszählers‘ registriert. Der Punkt, der die höchste Aktivität ausstrahlte, wurde von zwei Geometern exakt eingemessen und im städtischen Kataster eingetragen. Eine Aluminiumplatte mit der Inschrift ‚Astrid Giers – Ein schöner Ort‘ und dem Meßpunkt informiert seither über die Aktion [vgl. RENN, Wendelin (1999): fest-feiern, KünstlerInnen der Akademie München ‚feiern-fest‘, ISBN: 3-927987-59-X].

Ich kann zwar nicht ganz nachvollziehen, wieso man aus der Stelle mit der höchsten Radioaktivität in der ganzen Stadt Villingen einen „schönen Ort“ machen kann, aber interessant fand ich die Idee schon – und über Kunst lässt sich vortrefflich streiten.

Grundsätzlich empfehlenswert finde ich diese (mir völlig unbekannte) Webseite unserer Stadt – damit könnte man für Villingen gut eine weitere Stadtführung zusammen stellen mit dem Titel „Kunst im öffentlichen Raum“. In Schwenningen gibt es schon eine Führung mit „Kunst im öffentlichen Raum“. 

Übrigens: auf dieser Webseite ist die Skulptur im Patientengarten des Klinikums auch aufgelistet (= Rätsel von Svenja Friedrichsohn vom 02.11.2021) – leider war ich erfolglos bzgl. Beschriftung. Auf meine Anfrage an meinen Geschäftsführer, ob ich auf eigene Kosten die namenlose Skulptur im Patientengarten beschriften darf, bat er mich, jede Bemühung in diese Richtung einzustellen, die Skulptur heiße „Die Flehende“ und sei von Ulrich Kottenrodt und eine Beschriftung sei unnötig. „

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6 Responses

  1. Zur Tausend-Jahr-Feier gab es zahlreiche Projekte und Veranstaltungen, so auch verschiedene Objekte von Künstern der Akademie München, meist im öffentlichen Raum. Ich erinnere mich an den Pfeil von der Rietstr. Richtung Münster. Witzig war eine Regeninstallation auf dem Münsterplatz und das Dufttor beim Antsgericht (da duftete ein Gully). Bei der Baulücke (durch einen Brand) in der Färberstr. prangte ein großes Schild „Raumgutspeicher“. Es gab ein Netz aus Fäden und eine Art Irrgarten aus Klebestreifen, und vieles mehr. Mir gefiel damals besonders der „Beam-Pad“ auf dem ehemaligen Marktplatz.
    Man stellte sich darauf, Richtung „Niederes Tor“, und konnte sich angeblich virtuell in alle Welt beamen lassen.
    Dieses Projekt von Astrid Giers stellte sozusagen einen „schönen Ort“ in der Stadt dar. Er war auf eine ganz besondere Art ausgemessen und befand sich im Bereich der Altstadt, ich erinnere mich nicht mehr genau, meine aber es war bei der Johanniterkirche. Sicher weiß es jemand besser, dann kann ich es nachlesen.
    Es ist somit eines der wenigen Objekte aus jener Zeit, die noch zu sehen sind.

  2. Zur 1000Jahrfeier der Stadt gab es verschiedene Projekte, auch durch Künstlerinnen und Künstler der Akademie München. Ihre Kunstwerke waren aber nur einige Zeit zu sehen, z B. ein Pfeil von der Rietstr. Richtung Münster, eine Regeninstallation auf dem Münsterplatz, eine Klanginszallation beim Franziskaner, ein Schild „Raumgutspeicher“ in der Färberstr. bei der durch einen Brand entstandenen Baulücke, ein Dufttor beim Amtsgericht, und natürlich der Beampad auf dem ehem. Marktplatz. Da konnte man sich drauf stellen in Richtung zum „Niederen Tor“, weil da ja die Sicht frei ist, und dann in Gedanken an jeden Ort der Welt „beamen“ lassen.
    Dieser „schöne Ort“ von Astrid Giers wurde irgendwie ausgemessen (weiß nicht mehr genau wie), jedenfalls befand er sich wohl im Breich der Altstadt, wo weiß ich auch nicht mehr genau.

  3. Dieser Punkt liegt in der Gerberstrasse vor der Johanneskirche. Er war ein Kunstwerk im Rahmen der 1000 Jahrfeier der Stadt Villingen.

  4. Nun, ja… das bislang wohl niveaufreieste Quiz,
    da es eh schon am Bode liegt…

    Astrid Giers, Ein schöner Ort, 1999

    Ein schöner Ort, 1999
    Aluplatte
    10 x 10 cm

    Ort: Gerberstraße 13, Stadtbezirk Villingen

    1968 geboren in Langenhagen
    1988 – 1990 Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München
    1990 – 1992 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Günther Uecker
    1995 – 1999 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Olaf Metzel und Prof. Cristina Iglesias

    „(Sinnfreie“. Anm. des Absenders) Aktion im Rahmen des Projekts ‚fest-feiern‘ KünstlerInnen der Akademie München ‚feiern-fest‘ der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen zum Jubiläum ‚1000 Jahre Markt-, Münz- und Zollrecht‘

    • Lieber Remigius, wie kommst Du eigentlich auf „1777“? Da warst Du doch schon längst tot (= 1513 in Novara gefallen) und kannst das gar nicht wissen, was am 28.12.1777 war …

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